Die Eidechse in freier Wildbahn

Vertreter der Familie der Lacertidae werden gemeinhin als Eidechsen bezeichnet. Dabei gibt es in von dem in Europa, Teilen Asiens und Afrika verbreiteten kleinen Reptil fast 300 Arten in 40 Gattungen. Korrekterweise spricht man von Echten Eidechsen; sie sind nicht in Australien und auf dem Amerikanischen Kontinent zu finden.

Bei einer Größe von 12 bis 90 cm unterscheiden sie sich von anderen Echsen durch das fehlen von Rückenkämmen, Kehlsäcken und Haftzehen. Gemeinsam sind den Eidechsen der lange Schwanz und die fünfzehigen langen Krallen an den Füßen. Legendär ist den Tieren eine autotomische Eigenschaft: sie können in Gefahrensituationen ihren Schwanz abwerfen, der die Fähigkeit zur Regeneration besitzt.

In Deutschland ist der bekannteste Vertreter die Zauneidechse. Im Vergleich zu den anderen hier heimischen Eidechsen wie Mauereidechsen oder die etwas seltenere vorkommende Waldeidechse ist die Zauneidechse sehr kräftig. Sie kann bis zu 25 cm lang werden, der Schwanz alleine bis zu 14 cm. Außer den drei genannten Eidechsenarten kommen im deutschsprachigen Raum noch die Westliche und Östliche Smaragdeidechse vor.

In Deutschland ist der Bestand der Eidechsen durch die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet. Intensive Landwirtschaft, die Zerteilung der Landschaft durch den Straßenbau, Kultivierung von Brach- und Ödlandschaften und in der Nähe menschlicher Ansiedlungen auch die hohe Zahl freilaufender Hauskatzen bedrohen die Population. Weltweit ist der Bestand durch den Klimawandel ebenfalls in Gefahr. Nach einer Studie amerikanischer Wissenschaftler können in siebzig Jahren bis zu 20 Prozent aller Arten der Lacertidae verschwunden sein. Durch das schnelle Voranschreiten der Erderwärmung haben die Tiere nicht genügend Zeit, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Die Zeit, die sie sich am Tag vor der Sonne verstecken müssen, nimmt stetig zu. Dadurch hat sich die Zeit für die Suche nach Futter deutlich verkürzt. Das hat nicht nur direkt auf den Bestand Auswirkung, sondern auch auf das ganze Biologische Gleichgewicht. Denn sowohl als Beute für Schlangen und Vögel als auch als Jäger von Insekten aller Art tragen sie einen bedeutenden Anteil am biologischen System bei.

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