Die Gattung der Leguane

Die Gattung der Leguane (Quelle: Bigstock-ID-67790065-by-radub85)

Leguane gehören zur Ordnung der Schuppenkriechtiere (Squamata) und zur Teilordnung der Leguanartigen (Iguania), zu denen auch Chamäleons und Agamen gehören. Die große Familie der Leguane (Iguanidae) umfasst rund 50 Gattungen mit über 700 Arten.

Biologische Zuordnung

Diese 700 Arten werden in fünf Unterarten zusammengefasst:

  1. Eigentliche Leguane: Zur Unterfamilie der eigentlichen Leguane zählt man die beiden größten Arten: Schwarzer und Grüner Leguan (Iguana iguana). Diese beiden Leguanvertreter werden gut zwei Meter lang und entsprechend schwer. Auch die Drusenköpfe (Conolophus), die Meerechsen (Amblyrhynchus christatus), die Fidschi-Leguane (Brachylophus fasciatus) und die Wirtelschwanzleguane (Cyclura) werden dieser Kategorie zugeschrieben.
  2.  Stachelleguane: Zur Unterfamilie der Stachelleguane gehören  selbstverständlich alle Stachelleguane (Sceloporus) sowie Fransenzehenleguane, der Baumleguan, Seitenfleckleguane (Urosaurus ornatus), und die Krötenechsen (Phrynosoma).
  3. Kielschwanzleguane: Hierzu zählen die Erdleguane, die Dornschwanzleguane (Uracentron) und die Madagaskar-Leguane sowie die Maskenleguane (Leiocephalus).
  4.  Anolis: 52 Arten dieser Baumbewohner gibt es noch. Sie besitzen, ähnlich wie die Geckos, Haftsohlen. Mikroskopisch kleine Härchen vergrößern die Oberfläche fast unendlich und ermöglichen es den nur bis 30 cm großen Tieren, auf glatten Wänden zu gehen. Die meisten Arten verändern, wie Chamäleons, je nach Stimmung ihre Farbe.
  5.  Basilisken: Diese Leguangattung lebt in den Regenwäldern Lateinamerikas. Sie wird in vier Arten eingeteilt: Ecuadorbasilisk (Basiliscus galeritus), Streifenbasilisk (Basiliscus vittatus), Stirnlappenbasilisk (Basiliscus plumifrons) und mit etwa 90 cm Länge der größte von ihnen – der Helmbasilisk (Basiliscus basiliscus).

Merkmale und Habitus

Die Verbreitung der Leguane reicht vom gesamten südamerikanischen Kontinent über Mittelamerika bis in den Süden der USA. Auch auf den Tongainseln, den Galapagosinseln, den Fidschiinseln und auf Madagaskar kommen sie vor.
Die Zähne bei Leguanen sitzen, als sehr spezifisches Merkmal für Leguane, einzeln und nicht in Zahnreihen im Kieferknochen. Diese einzeln im Kiefer verwurzelten Zähne können nachwachsen, wenn sie ausgebrochen sind. Ebenfalls nachwachsen kann der, bei Leguanen sehr große, Schwanz. Bei manchen Leguanen, wie beispielsweise dem Grünen Leguan, macht der Schwanz zwei Drittel der Körperlänge aus. Wird er abgerissen (er hat eine Sollbruchstelle), ist der nachwachsende Schwanz jedoch wesentlich kleiner. Weitere für Leguane typische Merkmale sind Schuppenkämme und/oder Kehlwammen an den Köpfen, jeweils fünf Finger an jedem der deutlich ausgebildeten Gliedmaßen, bewegliche Augenlider und Schuppen. Leguane sind wechselwarm. Sie sind tagaktiv, und die großen Arten sind vorwiegend Vegetarier, allerdings gibt es auch Fleischfresser. Die Lebenserwartung liegt je nach Art bei 10 bis 25 Jahren. Die Männchen sind territorial, das heißt, sie verteidigen ihr Revier gegen andere erwachsene Männchen, Weibchen jedoch werden gerne geduldet. Leguane leben in größeren sozialen Gruppen. Weibchen bilden gemeinsame Gelege mit 70 oder mehr Eiern. Brutpflege wird nicht betrieben. Männchen fauchen zur Drohung, und der kräftige Schwanz schlägt Angreifer in die Flucht.

Das Terrarium

Die kleinen, schönen Drachen werden als Terrarientiere immer beliebter. Allerdings ist ihre Haltung sehr anspruchsvoll, und es gibt sehr viele Fehler, die gemacht werden können. Der Zeit- und der Kostenaufwand für die Haltung sind erheblich. Da diese Tiere sehr sensibel sind, sterben zahlreiche Leguane qualvoll in Gefangenschaft. Die Größe des Terrariums bemisst sich nach der Größe, die die Echse haben wird, wenn sie ausgewachsen ist. Ein Grüner Leguan wird gut zwei Meter lang. Da er sich in seinem Terrarium auch etwas bewegen können muss und zudem Platz für ein Wasserbecken nötig ist, sollte das neue Heim mindestens drei Meter lang, zwei Meter breit und, da Leguane auch klettern, mindestens zwei Meter hoch sein. Ein Terrarium in dieser Größe baut man aus Kostengründen am besten selbst. Genaue Bauanleitungen mit Materialvorgaben gibt es im Internet. Eingerichtet wird das Terrarium mit Mutterboden als Bodengrund, Kletterästen und Pflanzen. Dabei muss beachtet werden, dass Leguane scharfe Krallen haben und schwer sind. Die Bepflanzung muss also stabil sein (Yuccapalmen eigen sich gut), ungiftig und regelmäßig ausgetauscht werden, weil sie durch den Gebrauch zerstört wird. Um ein artgerechtes Klima im Terrarium zu schaffen, braucht es eine umfangreiche, teure Technik. Im Zuhause der Hausdrachen müssen vier verschiedenen Temperaturzonen geschaffen werden. Tagsüber gibt es einen Bereich mit 25 bis 28 Grad, einen mit 30 bis 33 Grad und einen Ort mit über 35 Grad. Die vierte Zone ist der Sonnenplatz mit 42 bis 45 Grad, von dem jedes im Terrarium lebende Reptil einen eigenen Platz braucht. Dieser heiße Ort ist nötig, damit das Futter verdaut werden kann. Das Wasser im Becken sowie das Beregnungswasser, das über eine Düsentechnik ins Terrarium gesprüht wird, müssen 28 Grad warm sein. Nachts wird die Temperatur auf 22 bis 24 Grad abgesenkt, wodurch die Luftfeuchtigkeit auf die notwendigen 80 bis 90 Prozent steigt. Tagsüber sollte die Luftfeuchtigkeit nicht unter 70 Prozent sinken.

Leguana für Anfänger

Es empfiehlt sich, den Besatz bei einem anerkannten Züchter zu kaufen. Diese Echsen sind gesund, kommen nicht gestresst aus Großzuchtanlagen aus Südamerika, und man hat mit dem Züchter einen kompetenten Ansprechpartner für die ersten Fragen.
Mindestens zwei, besser aber drei oder mehr Tiere sollten zusammenleben. Ein Männchen kann gut mit mehreren Weibchen leben, zwei Männchen werden Revierkämpfe austragen und sich verletzen. Neben dem artspezifischen Futter brauchen Leguane auch spezielle Zusatzfutterstoffe, die über den Fachhandel zu beziehen sind. Für Terrarienneulinge sind Leguane angesichts des Aufwands und nötigen Wissens um ihre Haltung vielleicht nicht die geeignete Einstiegsart. Wer sich aber sorgfältig informiert und sich Rat beim Fachmann holt, bekommt mit den kleinen Drachen wunderschöne und interessante Echsen.

 

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