Tag Archiv für Chamäleons

Das Chamäleon

Chamäleons sind in ganz Afrika verbreitet und besiedeln Teile des Mittelmeerraums. Im westlichen Indien und Sri Lanka fühlen sie sich aber ebenfalls wohl. Auf Madagaskar findet sich das größte Artenreichtum dieser Reptilien. Die Echsen, die je nach Art zwischen 3 und 60 cm lang werden, fühlen sich besonders in bewaldeten und warmen Regionen zuhause.

Prinzipiell unterscheidet man zwischen den Echten Chamäleons und den Stummelschwanzchamäleons. Die Echten Chamäleons bewohnen eher Büsche und Bäume, während die Stummelschwanzchamäleons (auch Erdchamäleons genannt) auf Laub- und Krautschichten zu finden sind.

Charakteristisch für Chamäleons sind neben ihrem Körperbau (hoher Rücken, kompakter Schädel) vor allem ihre Augen, die sie unabhängig von einander bewegen können, sowie die Fähigkeit unterschiedliche Farben annehmen zu können. Zudem besitzen sie eine Schleuderzunge, die doppelt so lang ist, wie ihr Körper und einen Helm, mit dem sie ihren Umriss zum Zweck der Tarnung verändern können.

Chamäleons haben fast 360° Rundumsicht

Chamäleons haben fast 360° Rundumsicht

Die Augen eines Chamäleons haben bemerkenswerte Eigenschaften. Nicht nur, dass sie damit knapp einen Kilometer weit scharf sehen können, hinzu kommt ihre beinahe grenzenlose Flexibilität. Das beidäugige Blickfeld eines Chamäleons kann bis zu 342 Grad betragen, bei einem toten Winkel von 18 Grad. Will das Tier die Umgebung beobachten, werden zwei unabhängige Bilder hergestellt. Zur Jagd kann es die Beute dennoch in einem Bild fokussieren.

Das Chamäleon nutzt die Farbwechselfähigkeit eher zur Kommunikation als zur Tarnung, um zum Beispiel potenzielle Partner auf sich aufmerksam zu machen. Zudem sind die Farben von Wetter, Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Bei intensiver Sonneneinstrahlung weisen Chamäleons hellere Farben auf, um die Sonne zu reflektieren. Bei mangelnder Wärme nimmt die Haut dunklere Töne an, um mehr Energie aufnehmen zu können.

Natürlich nutzt das Chamäleon den Farbwechsel auch zur Tarnung. Dieses Vorgehen wird als Mimese bezeichnet. Dabei imitieren sie meist Blätter. Die zweite Tarneigenschaft ist die Thanatose, auch Schreckenstarre genannt. Bei einem Angriff verharrt das Reptil in seiner aktuellen Stellung. Es verändert die Stellung auch nicht, wenn es vom Baum gestoßen wird und zu Boden fällt. Auf dem Boden ist es aufgrund der Mimese für Fressfeinde kaum aufzufinden.

Chamäleons gehören zu den anspruchsvollsten Echsen, die es gibt. Möchte man ein Chamäleon als Haustier halten, so ist eine mehrjährige Erfahrung im Halten von Echsen unabdingbar. Nicht ohne Grund werden diese als “digitale Tiere” bezeichnet: sie sind entweder gesund oder tot. Einem Chamäleon muss man einen nahezu perfekten Lebensraum bieten, weshalb die meisten Chamäleonhalter ihre Terrarien selber bauen. Der Handel bietet kaum geeignete Terrarien an. Des Weiteren reagieren die Tiere sehr empfindlich auf Stickluft oder Durchzug. Sie können sich sehr leicht erkälten und daran sterben.

Chamäleons stehen unter Artenschutz und sind als sehr gefährdet eingestuft.  Die Haltung ist somit meldepflichtig und Terrarien müssen bestimmten Vorschriften entsprechen.

Steckbrief Chamäleon

Ein gut getarntes Chamäleon

Ein gut getarntes Chamäleon

Ein Chamäleon auf der Jagd

Ein Chamäleon auf der Jagd

  • Klasse: Reptilien
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere
  • Überfamilie: Wirbeltiere
  • Familie: Leguanartige
  • Gattung: Chamäleons
  • Art: Chamäleon
  • Lebensraum: Afrika, Indien, Teile des Mittelmeerraumes
  • Größe: 3 – 60 cm
  • Lebenserwartung: ca. 3 bis zu 15 Jahren je nach Art
  • Nahrung: generell Insekten. Große Exemplare auch kleine Vögel
  • Haltung: meldepflichtig, sehr schwierig / Erfahrung in der Echsenhaltung unabdingbar