Tag Archiv für Echsen

Echsen

Als Echsen wird eine Gruppe von Reptilien bezeichnet, die biologisch nicht genau definiert ist. Entweder werden ihr alle Reptilien mit Ausnahme der Schildkröten zugeordnet oder nur eine Unterordnung der Schuppenkriechtiere. Wissenschaftlich wird die erstgenannte Gruppe Sauria genannt, die zweitgenannte heißt Lacertilia.

Leguane gehören zu den Echsen

Leguane gehören zu den Echsen

Schuppenkriechtiere können also in verschiedene Gruppen unterteilt werden. Die eine sind die Echsen, die andere Schlangen. Im Gegensatz zu diesen verfügen Echsen über voll ausgebildete Extremitäten. Außerdem haben Schlangen nur eine Reihe von am Bauch gelegenen Schuppen, Echsen hingegen mehrere Schuppenreihen. Die Untergruppe der Echsen kann noch einmal in fünf Gruppen unterteilt werden. Zu den leguanartigen Echsen (Iguania) zählen Leguane, Agamae und Chamäleons. Viele dieser Tiere sind mit stachligen Kämmen auf Rücken und Schwanz, Kopfauswüchsen und Kehlsäcken ausgerüstet, die dem Droh- bzw. Balzverhalten dienen. Geckos und australische Flossenfüße gehören zu den Geckoartigen (Gekkota). Skinks, Gürtel-, Schildechsen sowie Echte Eidechsen sind Skinkartige (Scincomorpha), sie leben hauptsächlich auf Bodenhöhe und können nicht klettern.

Blindschleiche und Komodowaran sind der Untergruppe der Schleichenartigen (Diploglossa) zugeordnet. Viele Schleichenartige haben eine typische Echsengestalt, einigen fehlen jedoch scheinbar die Gliedmaßen. Diese haben sich mit der Zeit zurückgebildet und sind nur noch in verkümmerter, kaum sichtbarer Form vorhanden.

Warane haben eine eigene Untergruppe, die der waranartigen Echsen (Platynota). Es gibt 73 bekannte Arten der Warane, die in den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas, Asiens und Australiens heimisch sind. Das wohl auffälligste Merkmal der Warane ist ihre lange, gespaltene Zunge, die sie durch schlangenartiges Züngeln zur Geruchswahrnehmung nutzen.

Das Chamäleon

Chamäleons sind in ganz Afrika verbreitet und besiedeln Teile des Mittelmeerraums. Im westlichen Indien und Sri Lanka fühlen sie sich aber ebenfalls wohl. Auf Madagaskar findet sich das größte Artenreichtum dieser Reptilien. Die Echsen, die je nach Art zwischen 3 und 60 cm lang werden, fühlen sich besonders in bewaldeten und warmen Regionen zuhause.

Prinzipiell unterscheidet man zwischen den Echten Chamäleons und den Stummelschwanzchamäleons. Die Echten Chamäleons bewohnen eher Büsche und Bäume, während die Stummelschwanzchamäleons (auch Erdchamäleons genannt) auf Laub- und Krautschichten zu finden sind.

Charakteristisch für Chamäleons sind neben ihrem Körperbau (hoher Rücken, kompakter Schädel) vor allem ihre Augen, die sie unabhängig von einander bewegen können, sowie die Fähigkeit unterschiedliche Farben annehmen zu können. Zudem besitzen sie eine Schleuderzunge, die doppelt so lang ist, wie ihr Körper und einen Helm, mit dem sie ihren Umriss zum Zweck der Tarnung verändern können.

Chamäleons haben fast 360° Rundumsicht

Chamäleons haben fast 360° Rundumsicht

Die Augen eines Chamäleons haben bemerkenswerte Eigenschaften. Nicht nur, dass sie damit knapp einen Kilometer weit scharf sehen können, hinzu kommt ihre beinahe grenzenlose Flexibilität. Das beidäugige Blickfeld eines Chamäleons kann bis zu 342 Grad betragen, bei einem toten Winkel von 18 Grad. Will das Tier die Umgebung beobachten, werden zwei unabhängige Bilder hergestellt. Zur Jagd kann es die Beute dennoch in einem Bild fokussieren.

Das Chamäleon nutzt die Farbwechselfähigkeit eher zur Kommunikation als zur Tarnung, um zum Beispiel potenzielle Partner auf sich aufmerksam zu machen. Zudem sind die Farben von Wetter, Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Bei intensiver Sonneneinstrahlung weisen Chamäleons hellere Farben auf, um die Sonne zu reflektieren. Bei mangelnder Wärme nimmt die Haut dunklere Töne an, um mehr Energie aufnehmen zu können.

Natürlich nutzt das Chamäleon den Farbwechsel auch zur Tarnung. Dieses Vorgehen wird als Mimese bezeichnet. Dabei imitieren sie meist Blätter. Die zweite Tarneigenschaft ist die Thanatose, auch Schreckenstarre genannt. Bei einem Angriff verharrt das Reptil in seiner aktuellen Stellung. Es verändert die Stellung auch nicht, wenn es vom Baum gestoßen wird und zu Boden fällt. Auf dem Boden ist es aufgrund der Mimese für Fressfeinde kaum aufzufinden.

Chamäleons gehören zu den anspruchsvollsten Echsen, die es gibt. Möchte man ein Chamäleon als Haustier halten, so ist eine mehrjährige Erfahrung im Halten von Echsen unabdingbar. Nicht ohne Grund werden diese als “digitale Tiere” bezeichnet: sie sind entweder gesund oder tot. Einem Chamäleon muss man einen nahezu perfekten Lebensraum bieten, weshalb die meisten Chamäleonhalter ihre Terrarien selber bauen. Der Handel bietet kaum geeignete Terrarien an. Des Weiteren reagieren die Tiere sehr empfindlich auf Stickluft oder Durchzug. Sie können sich sehr leicht erkälten und daran sterben.

Chamäleons stehen unter Artenschutz und sind als sehr gefährdet eingestuft.  Die Haltung ist somit meldepflichtig und Terrarien müssen bestimmten Vorschriften entsprechen.

Steckbrief Chamäleon

Ein gut getarntes Chamäleon

Ein gut getarntes Chamäleon

Ein Chamäleon auf der Jagd

Ein Chamäleon auf der Jagd

  • Klasse: Reptilien
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere
  • Überfamilie: Wirbeltiere
  • Familie: Leguanartige
  • Gattung: Chamäleons
  • Art: Chamäleon
  • Lebensraum: Afrika, Indien, Teile des Mittelmeerraumes
  • Größe: 3 – 60 cm
  • Lebenserwartung: ca. 3 bis zu 15 Jahren je nach Art
  • Nahrung: generell Insekten. Große Exemplare auch kleine Vögel
  • Haltung: meldepflichtig, sehr schwierig / Erfahrung in der Echsenhaltung unabdingbar

Eidechsen – Ihre Eigen- und Arten

Eidechsen werden als Haustiere immer beliebter. Aber Eidechsen sind nicht gleich Eidechsen… Die echten Eidechsen, so müssten wir sie eigentlich nennen, (Lacertidae) sind eine Reptilienfamilie. Im Volksmund wird auch gerne nur von Eidechsen gesprochen.Vertreter der kleinen Reptilien leben in Asien, Afrika und Europa. Sie bevorzugen sonnenwarme, vorwiegend trockene Gegenden und ernähren sich meist von kleinen Wirbeltieren, Insekten, Samen und Früchten.

Eidechsen sind sehr verschieden

Eidechsen sind sehr verschieden

Eidechsen werden je nach Art 12 bis 90 cm lang, wobei die größeren Arten seltener vorkommen. Charakteristisch für alle Eidechsenarten sind die fünfzehigen Füße und der sehr lange Schwanz. Diesen kann die Eidechse im Kampf mit Fressfeinden (z. B. Schlangen, Raben- und Greifvögel, kleinere Säugetiere) bewusst abwerfen. Er regeneriert sich später von selbst. Die Echsenweibchen sind meist unauffällig gefärbt, während die Männchen durch auffälligere Farben und Musterungen zu beeindrucken versuchen.

Einige wenige Eidechsenarten bringen ihre Jungen lebend zur Welt. Die meisten Arten allerdings sind eierlegend. Daher stammt auch der Name der Echsen. Früher wurden diese nämlich Ei-Echsen genannt, mit der Zeit wurde das “d” hinzugefügt, um die Aussprache zu erleichtern. Da die Echsen viel Platz brauchen, ist bei der Wahl des Terrariums auf eine angemessene Größe zu achten. Werden mehrere Eidechsen zusammen gehalten, muss genügend Platz zum Herumrennen und für eventuelle (vollkommen natürliche) Futterkämpfe gegeben sein. Auch sollte den Tieren Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten geboten werden. Ob Baumstämme oder Steine genutzt werden ist unwichtig, solange sie als Zufluchtsorte für die Eidechsen genutzt werden können.

Das Terrarium sollte mit Löchern in der Decke versehen sein. So kann schlechte Luft leicht entweichen und den Eidechsen mangelt es nicht an Sauerstoff. Allerdings ist darauf zu achten, dass Lebendfutter, wie Maden oder Mehlwürmer, nicht einfach durch die Öffnungen entfliehen können. Sollten Sie fliegendes Lebendfutter verwenden, versehen Sie alle Öffnungen mit Fliegengittern. Doch nicht nur das Futter, sondern auch die Eidechsen selbst entkommen gerne. Da die Tiere sehr agil und flink sind, sollten Sie ihnen keine Möglichkeit zur Flucht aus dem Terrarium geben. Ein Wiedereinfangen der Eidechse könnte sich als sehr mühsam und langwierig erweisen.

Wenn Sie über eine Terrasse, einen Balkon oder einen Garten verfügen, bietet es sich an, das Terrarium dort zu platzieren. Eidechsen sind wechselwarm und benötigen daher Sonnenlicht. Sie verbringen einen Großteil ihrer Zeit damit, sich stillsitzend zu sonnen. Wenn Sie nicht über diese Möglichkeiten verfügen, müssen Sie durch künstliches UV-Licht den Echsen das nötige Licht und Wärme bereitstellen. Auch wenn Wärme für die Echsen lebensnotwendig ist, sollten Sie trotzdem darauf achten, dass es nicht zur Überhitzung der Tiere kommt.

Eidechsen verschiedener Arten sollten nicht zusammen in ein Terrarium gesetzt werden. Da sie sich meist stark in Größe und Körperkraft unterscheiden, wäre die schwächere Art besonders im Futterkampf benachteiligt.

Apropos verschiedene Arten…. die sind auf den nächsten Seiten zu finden.