Tag Archiv für Reptilien

Schlangen

Bei Schlangen handelt es sich um eine Unterordnung der Schuppenkriechtiere, die von echsenartigen Vorfahren abstammen. Die Extremitäten wie Arme und Beine haben sich im Laufe der Zeit bei den Schlangen zurück gebildet, stattdessen haben sie einen extrem langen Körper mit einem Kopf. Sie bewegen sich kriechend und schlängelnd fort. Anzutreffen sind sie in fast allen Lebensgebieten, mit Ausnahme von extrem kalten Gegenden wie der Antarktis und einigen wenigen Inseln. » Weiterlesen

Die Blindschleiche

Die Blindschleiche ist die am häufigsten vorkommende Reptilienart in Mitteleuropa. Im ausgewachsenen Zustand misst sie meist 35 bis 45 Zentimeter und wird aufgrund ihres kreisrunden Körperbaus und fehlender Extremitäten oft mit Schlangen verwechselt.

Blindschleichen leben in Mischwäldern

Blindschleichen leben in Mischwäldern

Zum Leben bevorzugen Blindschleichen eine deckungsreiche Vegetation und eine gewisse Bodenfeuchtigkeit. Deshalb findet man sie vor allem in Laub- und Mischwäldern. In Mitteleuropa sind sie zwar sehr verbreitet, doch fehlen sie komplett in Irland, im Norden Skandinaviens und Russlands sowie auf den meisten Mittelmeerinseln.

Die Färbung variiert stark und reicht von Braun-, Grau- bis zu Gelbtönen. Oft sieht man einen dunklen Streifen, der sich vom Kopf bis zum Schwanz zieht. Verschiedenartige Zeichnungen und Muster sind bei Blindschleichen besonders üblich. Sie haben eine kurze, zweilappige Zunge, die sie zur Aufnahme von Geruchsstoffen benutzen. Trotz ihres Namens sind Blindschleichen keinesfalls blind. Sie werden so genannt, weil sie früher als “plint” bezeichnet wurden, was bedeutete, dass sie mit ihren Schuppen blendeten. Im Gegensatz zu Schlangen wirken Blindschleichen in ihrer Fortbewegung eher steif und langsam. Ferner können sie ihre Augenlieder schließen, was den Schlangen aufgrund der verwachsenen Augenlieder nicht möglich ist.

Blindschleichen sind tagaktiv und gehen in den frühen Morgenstunden, sowie spät abends auf die Jagd. Zu ihrer favorisierten Beute gehören Nacktschnecken, Regenwürmer, unbehaarte Raupen sowie Asseln, Heuschrecken, Käfer und Ameisen. Das gefangene Beutetier wird in der Regel im Ganzen verschluckt. Aber auch sie werden zur Beute, wenn ihre Fressfeinde Hunger bekommen. Dazu zählen Füchse, Dachse, Igel, Wildschweine, Ratten und Vögel, aber auch Katzen, Hunde und Hühner. Auf der Flucht können Blindschleichen ihren Schwanz durch bewusste Muskelkontraktion abwerfen und damit den Verfolger ablenken. Dieser wächst aber nicht mehr nach, weshalb man die Echsenart oft nur mit einem Stummel am Rumpfende sieht.

Die Paarungszeit von Blindschleichen liegt zwischen Ende April und Juni. Nach ausgefochtenen Machtkämpfen zwischen den Männchen, paaren sie sich mit den Weibchen, indem sie ihren Hemipenis in die Kloake einführen. Nach 12 bis 13 Wochen werfen die Weibchen im Durchschnitt 10 Jungtiere, die bei der Geburt 7 bis 10 Zentimeter lang sind und weniger als ein Gramm wiegen.

Steckbrief Blindschleiche

Nachaufnahme Blindschleiche

Nachaufnahme Blindschleiche

Sich sonnende Blindschleiche

Sich sonnende Blindschleiche

  • Ordnung: Schuppenkriechtiere
  • Unterordnung: Schleichenartige
  • Familie: Schleichen
  • Unterfamilie: Anguinae
  • Gattung: Anguis
  • Art: Blindschleiche
  • Länge: 35 – 45 cm, selten 50 cm
  • Gewicht: 1,5 – 2 kg
  • Lebensraum: feuchte, vegetationsreiche Waldbiotope
  • Lebenserwartung: bis 40 Jahre
  • Temperaturbereich: 14 – 29 Grad
  • Nahrung: Nacktschnecken, Regenwürmer, unbehaarte Raupen, Asseln, Heuschrecken, Käfer, Ameisen
  • Vermehrung: Paarungszeit im späten Frühjahr, Tragezeit: 4 – 6 Monate
  • Schutz: ungefährdet

Der Leopardgecko

Der Leopardgecko, auch Eublepharis macularius genannt, gehört zur Familie der Lidgeckos. Die Geckos sind zwischen 25 und 30 cm lang, wobei der Schwanz etwa ein Drittel der Gesamtkörperlänge ausmacht. Der Leopardgecko in der freien Natur ist gelb bis grauviolett gefärbt und mit schwarzbraunen Flecken gespickt. Dem Muster, das an die Flecken eines Leoparden erinnert, verdankt der Gecko seinen Namen. Alte Tiere sind oft braun und weisen keine Musterung auf.

Leopardgeckos sind in der Türkei beheimatet

Leopardgeckos sind in der Türkei beheimatet

Leopardgeckos sind in den trockenen und halbtrockenen Steppenland-schaften wie Grasländern Asiens heimisch. Ihr Hauptvorkommen liegt in Teilen Indiens und Pakistans, Bangladesh, Afghanistan, Iran, Irak, Syrien, Turkmenistan und in der Türkei. Leopardgeckos bevorzugen eine Durchschnittstemperatur von 24 – 30 °C, sowie eine Luftfeuchtigkeit von etwa 50 %. Die nachtaktiven Geckos verstecken sich tagsüber meist unter Steinen und Felsen oder in kleinen, selbstgegrabenen Höhlen. Nachts wärmen sich die wechselwarmen Tiere an den tagsüber von der Sonne aufgeheizten Steinen. In der kalten Jahreszeit halten Leopardgeckos eine Winterruhe von mehreren Monaten. Oft leben sie in Gruppen von etwa vier bis fünf Geckos zusammen. In jeder Gruppe lebt allerdings maximal ein Männchen, da es unter mehreren Männchen oft zu blutigen Machtkämpfen kommt. Aber auch Einzelgänger unter den Leopardgeckos sind keine Seltenheit.

Leopardgeckos ernähren sich hauptsächlich von Insekten, wie Würmern, Spinnen, Larven oder Käfern, gelegentlich vergreifen sie sich auch an Mäusen oder anderen Kleinsäugern. In der Heimhaltung werden sie meist mit Heuschrecken gefüttert.

Leopardgeckos bewohnen mittlerweile Terrarien in der ganzen Welt. Die oft überzüchteten Geckos sind in den verschiedensten Farb- und Musterkombinationen zu kaufen. Durch das starke Züchten leiden besonders Tiere mit der Färbung “Engima” an einer Schädigung des Nervensystems. Diese äußert sich durch “Kreiseln”, das heißt, dass die Echse, sobald sie Stress ausgesetzt ist, beginnt sich minutenlang unkoordiniert im Kreis zu drehen.

Steckbrief Leopardgecko

Leopardgecko in freier Natur

Leopardgecko in freier Natur

Leopardgecko sucht Nahrung

Leopardgecko sucht Nahrung

  • Klasse: Reptilien
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere
  • Unterordnung: Geckoartige
  • Familie: Lidgeckos
  • Gattung: Leopardgeckos
  • Art: Leopardgecko
  • Lebensraum: halbtrockene Steppen-landschaften und trockene Grasländer Asiens
  • Größe: 20 – 25 cm
  • Gewicht: 40 – 70 g
  • Lebenserwartung: ca. 15 – 20 Jahre
  • Nahrung: Insekten, gelegentlich Kleinsäuger
  • Haltung: wechselwarm und nachtaktiv. Leben gern in Gruppen von bis zu fünf Geckos. Diese sollte aber nur ein Männchen beinhalten.

 

 

Echsen

Als Echsen wird eine Gruppe von Reptilien bezeichnet, die biologisch nicht genau definiert ist. Entweder werden ihr alle Reptilien mit Ausnahme der Schildkröten zugeordnet oder nur eine Unterordnung der Schuppenkriechtiere. Wissenschaftlich wird die erstgenannte Gruppe Sauria genannt, die zweitgenannte heißt Lacertilia.

Leguane gehören zu den Echsen

Leguane gehören zu den Echsen

Schuppenkriechtiere können also in verschiedene Gruppen unterteilt werden. Die eine sind die Echsen, die andere Schlangen. Im Gegensatz zu diesen verfügen Echsen über voll ausgebildete Extremitäten. Außerdem haben Schlangen nur eine Reihe von am Bauch gelegenen Schuppen, Echsen hingegen mehrere Schuppenreihen. Die Untergruppe der Echsen kann noch einmal in fünf Gruppen unterteilt werden. Zu den leguanartigen Echsen (Iguania) zählen Leguane, Agamae und Chamäleons. Viele dieser Tiere sind mit stachligen Kämmen auf Rücken und Schwanz, Kopfauswüchsen und Kehlsäcken ausgerüstet, die dem Droh- bzw. Balzverhalten dienen. Geckos und australische Flossenfüße gehören zu den Geckoartigen (Gekkota). Skinks, Gürtel-, Schildechsen sowie Echte Eidechsen sind Skinkartige (Scincomorpha), sie leben hauptsächlich auf Bodenhöhe und können nicht klettern.

Blindschleiche und Komodowaran sind der Untergruppe der Schleichenartigen (Diploglossa) zugeordnet. Viele Schleichenartige haben eine typische Echsengestalt, einigen fehlen jedoch scheinbar die Gliedmaßen. Diese haben sich mit der Zeit zurückgebildet und sind nur noch in verkümmerter, kaum sichtbarer Form vorhanden.

Warane haben eine eigene Untergruppe, die der waranartigen Echsen (Platynota). Es gibt 73 bekannte Arten der Warane, die in den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas, Asiens und Australiens heimisch sind. Das wohl auffälligste Merkmal der Warane ist ihre lange, gespaltene Zunge, die sie durch schlangenartiges Züngeln zur Geruchswahrnehmung nutzen.

Reptilien

Als Reptilien (Reptilia) bezeichnet man eine Klasse der Wirbeltiere. Ihr Name lässt sich im Deutschen als “Kriechtiere” übersetzen (“reptilis” lateinisch für “kriechend”). Die Grundmerkmale eines Reptils sind eine Haut aus Hornschuppen, ein Schwanz und vier Beine, die aber auch wie bei z. B. Schlangen oder einigen Echsenarten stark zurückgebildet sein können.

Reptilien legen entweder Eier an Land oder tragen die Eier bis zur Geburt im Körper mit sich. Im Gegensatz zu Amphibien bilden Reptilien kein Larvenstadium aus. Sie sind Lungenatmer und wechselwarm (poikilotherm), das heißt, sie können ihre Körpertemperatur durch z. B. Sonnenbaden regulieren.

Die ältesten bekannten Reptilienfunde sind die Skelette der ausgestorbenen Dinosaurier und auf das Permzeitalter zu datieren (vor eta 290 Millionen Jahren). Die direkten Vorfahren der Dinosaurier sind die amphibischen Diapsida, die zwei Schläfenöffnungen am Schädel besaßen. Wie schon ihre Vorfahren besitzen auch die heutigen Reptilien diese Schläfenöffnungen. Schildkröten, die ebenfalls zu den Reptilien zählen, weisen hingegen keine Schläfenöffnungen auf. Von einigen Wissenschaftlern wird vermutet, dass diese sich im Laufe der Jahre zurückbildeten, andere erkennen die Klassifizierung der Schildkröte als Reptil nicht an. Ein weiteres Problem bezüglich der Klassifizierung sind die Vögel. Stammesgeschichtlich stammen sie aus derselben Schiene der Amphibien wie die Reptilien. Dennoch werden sie heute nicht als solche klassifiziert.

Man untergliedert Reptilien in vier Ordnungen. Die erste nennt sich Testudinata und meint ausschließlich die Schildkröten. Etwa Dreiviertel der über 300 Arten sind heute akut vom Aussterben bedroht.

Krokodile sind eine Reptilienart

Krokodile sind eine Reptilienart

Crocodylia, die Krokodile, bilden die zweite der vier Gruppen. Bis auf das Salzwasserkrokodil leben alle Krokodile in süßen Gewässern, wie Flüssen oder Seen. Zur Ordnung der Schuppenkriechtiere (Squamata) gehören Geckos, Leguane, Skinke, Warane, Chamäleons und Echsen, sowie Schlangen und Schleichen. Die Squamata machen die größte Gruppe der Reptilien aus. Die vierte und letzte Ordnung sind die sogenannten Schnabelköpfe (Rhynchocephalia). Sie werden auch als “Brückenechsen” oder “lebende Fossilien” bezeichnet. Fossile Vertreter der Schnabelköpfe lebten schon vor etwa 200 Millionen Jahren auf der Erde. Sie unterscheiden sich durch gut ausgebildete Schläfenbögen, die den Oberkiefer mit dem Schädel verbinden, von den Squamata.

Das Chamäleon

Chamäleons sind in ganz Afrika verbreitet und besiedeln Teile des Mittelmeerraums. Im westlichen Indien und Sri Lanka fühlen sie sich aber ebenfalls wohl. Auf Madagaskar findet sich das größte Artenreichtum dieser Reptilien. Die Echsen, die je nach Art zwischen 3 und 60 cm lang werden, fühlen sich besonders in bewaldeten und warmen Regionen zuhause.

Prinzipiell unterscheidet man zwischen den Echten Chamäleons und den Stummelschwanzchamäleons. Die Echten Chamäleons bewohnen eher Büsche und Bäume, während die Stummelschwanzchamäleons (auch Erdchamäleons genannt) auf Laub- und Krautschichten zu finden sind.

Charakteristisch für Chamäleons sind neben ihrem Körperbau (hoher Rücken, kompakter Schädel) vor allem ihre Augen, die sie unabhängig von einander bewegen können, sowie die Fähigkeit unterschiedliche Farben annehmen zu können. Zudem besitzen sie eine Schleuderzunge, die doppelt so lang ist, wie ihr Körper und einen Helm, mit dem sie ihren Umriss zum Zweck der Tarnung verändern können.

Chamäleons haben fast 360° Rundumsicht

Chamäleons haben fast 360° Rundumsicht

Die Augen eines Chamäleons haben bemerkenswerte Eigenschaften. Nicht nur, dass sie damit knapp einen Kilometer weit scharf sehen können, hinzu kommt ihre beinahe grenzenlose Flexibilität. Das beidäugige Blickfeld eines Chamäleons kann bis zu 342 Grad betragen, bei einem toten Winkel von 18 Grad. Will das Tier die Umgebung beobachten, werden zwei unabhängige Bilder hergestellt. Zur Jagd kann es die Beute dennoch in einem Bild fokussieren.

Das Chamäleon nutzt die Farbwechselfähigkeit eher zur Kommunikation als zur Tarnung, um zum Beispiel potenzielle Partner auf sich aufmerksam zu machen. Zudem sind die Farben von Wetter, Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Bei intensiver Sonneneinstrahlung weisen Chamäleons hellere Farben auf, um die Sonne zu reflektieren. Bei mangelnder Wärme nimmt die Haut dunklere Töne an, um mehr Energie aufnehmen zu können.

Natürlich nutzt das Chamäleon den Farbwechsel auch zur Tarnung. Dieses Vorgehen wird als Mimese bezeichnet. Dabei imitieren sie meist Blätter. Die zweite Tarneigenschaft ist die Thanatose, auch Schreckenstarre genannt. Bei einem Angriff verharrt das Reptil in seiner aktuellen Stellung. Es verändert die Stellung auch nicht, wenn es vom Baum gestoßen wird und zu Boden fällt. Auf dem Boden ist es aufgrund der Mimese für Fressfeinde kaum aufzufinden.

Chamäleons gehören zu den anspruchsvollsten Echsen, die es gibt. Möchte man ein Chamäleon als Haustier halten, so ist eine mehrjährige Erfahrung im Halten von Echsen unabdingbar. Nicht ohne Grund werden diese als “digitale Tiere” bezeichnet: sie sind entweder gesund oder tot. Einem Chamäleon muss man einen nahezu perfekten Lebensraum bieten, weshalb die meisten Chamäleonhalter ihre Terrarien selber bauen. Der Handel bietet kaum geeignete Terrarien an. Des Weiteren reagieren die Tiere sehr empfindlich auf Stickluft oder Durchzug. Sie können sich sehr leicht erkälten und daran sterben.

Chamäleons stehen unter Artenschutz und sind als sehr gefährdet eingestuft.  Die Haltung ist somit meldepflichtig und Terrarien müssen bestimmten Vorschriften entsprechen.

Steckbrief Chamäleon

Ein gut getarntes Chamäleon

Ein gut getarntes Chamäleon

Ein Chamäleon auf der Jagd

Ein Chamäleon auf der Jagd

  • Klasse: Reptilien
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere
  • Überfamilie: Wirbeltiere
  • Familie: Leguanartige
  • Gattung: Chamäleons
  • Art: Chamäleon
  • Lebensraum: Afrika, Indien, Teile des Mittelmeerraumes
  • Größe: 3 – 60 cm
  • Lebenserwartung: ca. 3 bis zu 15 Jahren je nach Art
  • Nahrung: generell Insekten. Große Exemplare auch kleine Vögel
  • Haltung: meldepflichtig, sehr schwierig / Erfahrung in der Echsenhaltung unabdingbar